Salzgitter-Zeitung zur Ausstellung im Tillyhaus

Künstlerische Prozesse mit Überraschungen
Michael Ewen zeigt seine Fotoarbeiten und Acrylbilder im Tillyhaus.
Von Horst Körner

Ausstellungsfoto

Michael Ewen, Maler, Fotograf und Kunstpädagoge aus Braunschweig, liebt das Experimentieren. Oft setzt er so einen künstlerischen Prozess in Gang, von dessen Ausgang er sich selbst überraschen lässt. Ergebnisse dieser künstlerischen Gestaltungsweise zeigt er während der Ausstellung in der kleinen Galerie im Tillyhaus bis zum 8. Juni unter dem Titel „Neue Arbeiten“. Zur Eröffnung waren mehr als 40 Kunstfreunde gekommen.
Diesmal zeige er eine Fotoserie mit teilweise montierten Bildelementen, die miteinander korrespondierten. Die Bilder hat er selbst ausgedruckt. Sie schweben, ein wenig abgehoben, vor den ebenfalls selbst gearbeiteten Rahmen. Da gefällt besonders eine Galerie mehrerer, gut aufeinander abgestimmter, unterschiedlicher Motive – gleich neben dem Eingang. Doch nicht bei allen Bildern sprüht gleich die Vorstellungskraft des Betrachters. (mehr …)


Einführungsrede von Margot Michaelis zur Ausstellung Neue Arbeiten im Tillyhaus, Salzgitter am 13. Mai 2014

Was kann man mit unterschiedlichen Papiersorten, mit Leim, Caparol, Pigmenten und Pinselspuren alles machen? Um dergleichen zu erproben überrascht der Künstler Michael Ewen immer wieder mit neuen Bildkonzepten, in denen sich seine Neigung zum experimentellen und zugleich reflektierten Vorgehen widerspiegelt. Die hier ausgestellten Arbeiten sind nicht das Ergebnis des reinen, freien Experimentierens oder gar aus bloßem Probieren entstanden – hier knüpft ein Künstler an seine Erfahrungen an, es wird eine Linie erkennbar, die aus den bisherigen Arbeiten erwächst. Also eine Art Horizonterweiterung im eigenen Werkkonzept. (mehr …)


Von der Verlorenheit der Dinge, Einführungsrede von Mario Krüger, Tuchfarbik Trier

…ich beginne mit den fotografischen Arbeiten im jenem kleinen Raum.

Sie finden dort Beispiele dafür, wie sich Wirklichkeit verändert durch Vergrößerung: mal sind es zwei, mal drei Fotos neben- oder untereinander im gleichen Rahmen, immer im gleichen Blickwinkel, aber jedes Mal stärker vergrößert, so dass die Wirklichkeit fremd wird, uns entgleitet – die Dinge verlieren gewohnte Wahrheit und gewinnen neue Aussage – eine Aussage allerdings, die in die Schemata des alltäglichen, materiellen Gebrauchsdenkens nicht mehr passt – allerdings : ich greife hoch, wenn ich sage: die Dinge verlieren ihre materielle Wirklichkeit und gewinnen Annäherung an ihr spirituelles Wesen… (mehr …)