Salzgitter-Zeitung zur Ausstellung im Tillyhaus

erstellt am: 16.05.2014 | Kategorie(n): Fotografie, Malerei, Presse

Künstlerische Prozesse mit Überraschungen
Michael Ewen zeigt seine Fotoarbeiten und Acrylbilder im Tillyhaus.
Von Horst Körner

Ausstellungsfoto

Michael Ewen, Maler, Fotograf und Kunstpädagoge aus Braunschweig, liebt das Experimentieren. Oft setzt er so einen künstlerischen Prozess in Gang, von dessen Ausgang er sich selbst überraschen lässt. Ergebnisse dieser künstlerischen Gestaltungsweise zeigt er während der Ausstellung in der kleinen Galerie im Tillyhaus bis zum 8. Juni unter dem Titel „Neue Arbeiten“. Zur Eröffnung waren mehr als 40 Kunstfreunde gekommen.
Diesmal zeige er eine Fotoserie mit teilweise montierten Bildelementen, die miteinander korrespondierten. Die Bilder hat er selbst ausgedruckt. Sie schweben, ein wenig abgehoben, vor den ebenfalls selbst gearbeiteten Rahmen. Da gefällt besonders eine Galerie mehrerer, gut aufeinander abgestimmter, unterschiedlicher Motive – gleich neben dem Eingang. Doch nicht bei allen Bildern sprüht gleich die Vorstellungskraft des Betrachters.
In der zweiten Serie zeigt Ewen Acrylbilder mit unterschiedlichen Strukturen, entstanden ebenfalls durch eine experimentelle Methode. Schließlich überrascht er mit einem Video: Es zeigt ein unbeteiligt wirkendes Gesicht mit großer Brille. In den beiden Gläsern spielen sich unterschiedliche Bildwahrnehmungen rasend schnell ab, während sich das Ganze immer wieder vervielfältigt und wieder zum Ursprungsbild zusammenfällt.
Die Kunsthistorikerin Margot Michaelis, die in die Ausstellung einführte, sieht in der Experimentierfreude Michael Ewens kein bloßes Probieren. Hier knüpfe ein Künstler an seine Erfahrungen an, die aus den bisherigen Arbeiten erwachsen. Dies sei eine Art Horizonterweiterung im eigenen Werkkonzept, sagte sie. „Während in den Fotografien die abgebildete Realität in eine Struktur gebracht und gleichsam einem Rhythmus des Betrachtens unterworfen wird, rhythmisieren die malerisch-experimentellen Arbeiten die Bildfläche, um daraus eine Vorstellung von Wirklichkeit zu generieren.“
Michaelis zeigte sich begeistert von den Gestaltungsmöglichkeiten: „Da werden Farbnuancen abgetastet, oder dominante Rottöne leuchten durch graue Oberflächen im Spiel mit Bildgrund und Figur“, ging sie bei ihrer Bewertung ins Detail.

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